Minijob während Corona: Das gilt für Grenzgänger

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Viele Minijobber pendeln zur Ausübung ihrer Beschäftigung über Landesgrenzen. Seit Beginn der Corona-Pandemie müssen sie zum Beispiel bei der Einreise besondere Regelungen beachten. In diesem Beitrag erklären wir dir, was Grenzgänger sind und welche arbeitsrechtlichen Regelungen für sie – auch während der Corona-Pandemie – gelten. 

Was ist ein Grenzgänger?

Als Grenzgänger bezeichnet man Arbeitnehmer, die in einem Staat wohnen und in einem anderen Staat arbeiten. Diese Arbeitnehmer pendeln dabei täglich oder in regelmäßigen Abständen vom Wohnort zum Arbeitsort und andersrum. Aus deutscher Sicht unterscheidet man zwischen

  • Arbeitnehmern, die in Deutschland wohnen, aber in einem Nachbarstaat arbeiten, und
  • Arbeitnehmern, die in Deutschland arbeiten, aber in einem Nachbarstaat wohnen. 

Auch ein Minijobber kann ein Grenzgänger sein. Wenn du zum Beispiel in der Schweiz lebst, aber einige Tage in der Woche auch einem Minijob in Deutschland nachgehst, giltst du als Grenzgänger. 

Welches Arbeitsrecht gilt für Grenzgänger?

Für Grenzgänger stellt sich oft die Frage, welches Recht für sie Anwendung findet – das des Staates, in dem sie leben, oder das des Staates, in dem sie arbeiten.Bei der Anwendung des Arbeitsrechts kommt es darauf an, welche Vereinbarungen der Minijobber und sein Arbeitgeber im Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten haben. Wurden keine Abmachungen getroffen, gilt in der Regel das Arbeitsrecht des Beschäftigungsstaates. 

Wichtig zu wissen: Egal, welches Recht gilt – das Arbeitsrecht ist in jedem Fall einzuhalten. Minijobber aus dem Ausland sind den inländischen Minijobbern gleichgestellt. Sofern deutsches Recht anzuwenden ist, haben auch Minijobber aus dem Ausland in Deutschland einen Anspruch auf z. B. den gesetzlichen Mindestlohn, Urlaub und Entgeltfortzahlung an Feiertagen oder im Krankheitsfall.

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Arbeitsrecht: Was gilt für Grenzgänger in Zeiten von Corona?

Während der Corona-Krise können Grenzgänger durch verschärfte Einreisebestimmungen Probleme haben, in den Staat zu reisen, in dem sie arbeiten. Sie können also regelmäßig auch ihrem Minijob nicht nachgehen. 

Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt auch während der Corona-Krise: Übst du als Grenzgänger eine geringfügige Beschäftigung in Deutschland aus, gilt deutsches Recht. Übst du als Grenzgänger aus Deutschland einen Minijob in einem Nachbarstaat aus, gelten die arbeitsrechtlichen Regelungen des jeweiligen Beschäftigungsstaates. 

Kannst du aktuell aus einem Nachbarstaat aufgrund der Corona-Pandemie nicht nach Deutschland einreisen und deshalb deinem Minijob nicht nachgehen, trägst du als Minijobber nach deutschem Recht das sogenannte Wegerisiko. Das bedeutet, dass der Arbeitsweg in deinem persönlichen Verantwortungsbereich liegt. Kannst du als Arbeitnehmer deinen Arbeitsplatz nicht erreichen, hast du auch keinen Anspruch auf die Vergütung für die ausgefallene Arbeitszeit durch deinen Arbeitgeber.

Mehr Informationen zu deinen arbeitsrechtlichen Ansprüchen als Minijobber während der Corona-Pandemie findest du in unserem FAQ.

Und was gilt im Sozialversicherungsrecht?

Ein Minijob-Grenzgänger, der in Deutschland beschäftigt ist und in einem Nachbarstaat wohnt, unterliegt nicht immer automatisch auch den deutschen Rechtsvorschriften der deutschen Sozialversicherung. Diese Entscheidung obliegt aber nicht der Minijob-Zentrale. Für Arbeitnehmer aus dem Ausland entscheiden in der Regel deren Sozialversicherungsträger, welches Recht maßgebend ist. Im Grundsatz gilt aber, dass Personen, die ausschließlich in Deutschland einen Minijob ausüben, nach deutschen Sozialversicherungsrecht zu versichern sind. Gilt deutsches Sozialversicherungsrecht, muss der Minijob bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden.

Mehr Informationen gibt es auf unserer Internetseite.

Gut zu wissen: Übst du deine Beschäftigung  aufgrund von Corona übergangsweise im Home-Office aus, führt dies nicht zur Änderung des anwendbaren Sozialversicherungsrechts. Du wirst also weiterhin so behandelt wie bisher.

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