Mindestlohn für Minijobber 2021

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Auch für dich als Minijobber gilt der gesetzliche Mindestlohn. Wir erklären dir, welchen Stundenlohn du als Minijobber ab Januar 2021 mindestens bekommen musst und wie dieser sich in den nächsten 2 Jahren stufenweise weiter entwickelt.

Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland? 

Im Moment beträgt der Mindestlohn bundesweit 9,35 Euro pro Stunde. Zu Beginn des Jahres 2021 steigt er dann auf 9,50 Euro. Insgesamt erfolgt die Anhebung bis Juli 2022 in 4 Stufen. 

StichtagMindestlohn steigt auf
1. Januar 2021 9,50 Euro
1. Juli 2021 9,60 Euro 
1. Januar 20229,82 Euro 
1. Juli 202210,45 Euro 

Der Mindestlohn ist dabei der tatsächliche Brutto-Lohn, der dir pro geleisteter Arbeitsstunde mindestens zu zahlen ist. Darunter darf dein Arbeitgeber dich nicht bezahlen. Abgaben, welche dein Arbeitgeber zur Minijob-Zentrale zahlen muss, dürfen deinen Mindestlohn dabei auch nicht verringern. 
Die einzige Ausnahme sind die Beiträge zur Rentenversicherung. Wenn du im Minijob Beiträge zur Rentenversicherung zahlst und dich nicht von der Rentenversicherungspflicht hast befreien lassen, zahlst du diese Beiträge noch von deinem Mindestlohn.

Und wer bekommt nun den Mindestlohn?  

Der gesetzliche Mindestlohn gilt bundesweit für die meisten Arbeitnehmer über 18 Jahre – natürlich auch für Minijobber. Dabei ist es egal, ob der Minijob im gewerblichen Bereich oder im Privathaushalt ausgeübt wird. Das Mindestlohngesetz macht hier keinen Unterschied.

Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn gibt es nur für einen kleinen Personenkreis. Dazu gehören beispielsweise minderjährige Schüler, Auszubildende oder Ehrenamtler. 

Gibt es irgendetwas zu beachten? 

Wenn du momentan in deinem Minijob den Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro als Stundenlohn bekommst, muss dein Arbeitgeber zum 1. Januar 2021 deinen Verdienst erhöhen. Vorteil für dich: Du bekommst für die gleiche Arbeit im Minijob mehr Geld von deinem Arbeitgeber. 

Aber beachte: Durch die Erhöhung des Stundenlohns darf die Minijob-Grenze nicht überschritten werden. Wird dir der Mindestlohn gezahlt und verdienst du bereits jetzt 450 Euro im Monat, muss dein Arbeitgeber ab Januar 2021 deine Arbeitszeit im Minijob verringern. Tut er dies nicht, liegt dein Verdienst schnell oberhalb von 450 Euro-Grenze und deine Beschäftigung ist dann kein Minijob mehr. In diesem Fall wäre es eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und du musst gemeinsam mit deinem Arbeitgeber volle Beiträge zur Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung zahlen. 

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Was ist, wenn sich mein Minijob-Arbeitgeber weigert, den Mindestlohn zu zahlen? 

Rechtlich gesehen ist die Weigerung des Arbeitgebers, den Mindestlohn zu zahlen, ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz. Ob du jedoch wegen der Differenz zwischen deinem Verdienst und dem Mindestlohn ein Arbeitsgericht eingeschaltet möchtest, ist deine Entscheidung. Auch hier empfehlen wir, zunächst immer das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Du kannst Dir auch bei der Mindestlohn-Hotline des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Rat holen. Diese ist von montags bis donnerstags zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr unter der Telefonnummer 030/ 60280028 zu erreichen. Die Mindestlohn-Hotline nimmt auch Beschwerden und Meldungen von Verstößen (auch anonym) entgegen. 

Selbstverständlich hast du auch die Möglichkeit, dich nach einem neuen Minijob umzusehen. Einen guten Stundenlohn kannst du zum Beispiel als Minijobber im Privathaushalt erzielen. Wenn die Arbeit als Haushaltshilfe etwas für dich ist, empfehlen wir dir unsere Haushaltsjob-Börse. Hier kannst du kostenlos nach einem Job bei einem privaten Arbeitgeber suchen oder unkompliziert eine eigene Anzeige aufgeben.

Wo findest du noch mehr Infos zum Mindestlohn? 

Weitere Informationen rund um den Mindestlohn findest du auf der Website der Minijob-Zentrale und auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).  

Auch auf den Webseiten der Mindestlohnkommission und beim Zoll gibt es viele hilfreiche Infos für Arbeitnehmer und Arbeitgeber rund um den Mindestlohn im kommenden Jahr. 

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