Steuererklärung für den Minijob – Wahrheit oder Lüge?

3 Min.
 

Wenn ich als Minijobber angemeldet bin, muss ich Steuern zahlen. 

Diesen Satz hast du so oder so ähnlich vielleicht schon einmal gehört oder dich selbst gefragt, wie das eigentlich ist: Muss ich meinen 450-Euro-Minijob selbst versteuern, wenn ich bei der Minijob-Zentrale angemeldet bin?

Bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung darfst du höchstens 450 Euro im Monat verdienen, in 12 Monaten 5.400 Euro. Auf das Jahr betrachtet darf es zwar in einzelnen Monaten auch mal mehr sein, das musst du dann aber in den übrigen Monaten ausgleichen.

Diese 450 Euro im Monat musst du als angemeldeter Minijobber in der Regel nicht versteuern. Es hängt davon ab, für welche Art der Besteuerung sich dein Arbeitgeber entscheidet: Entweder pauschal mit 2 Prozent oder individuell nach deiner Lohnsteuerklasse. 

Die meisten Arbeitgeber entscheiden sich für das einfachere Verfahren der pauschalen Versteuerung und übernehmen im Regelfall die Pauschsteuer. Als angemeldetem Minijobber werden dir dann bei einem Verdient bis zu maximal 450 Euro monatlich keine Steuern abgezogen. Und bei deiner Steuererklärung wird der Minijob auch nicht berücksichtigt.

Hinweis: Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Pauschsteuer vom Verdienst des Minijobbers abzuziehen.

Was zahlen Arbeitnehmer, was Arbeitgeber für einen Minijob im Privathaushalt?

Wenn ich angemeldet bin, bleibt mir nichts mehr übrig.

Die Sorge, dass von den 450 Euro im Monat als angemeldeter Minijobber nicht viel übrig bleibt, ist ebenfalls weit verbreitet – aber was gibt es wirklich für Abzüge und was bleibt mir netto?

Grundsätzlich gilt: Dein Arbeitgeber zahlt Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie einen Beitrag zur Unfallversicherung. Zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind für Minijobs keine Beiträge zu zahlen.,

In der Rentenversicherung bist du als 450-Euro-Minijobber in der Regel versicherungspflichtig und zahlst von deinem Verdienst einen eigenen Rentenversicherungsbeitrag. Du kannst dich aber von dieser Zahlungspflicht zur Rentenversicherung befreien lassen.

Was der Arbeitgeber für dich bezahlt:

AbgabeartenHöhe 
Krankenversicherung5 %
Rentenversicherung5 %
Unfallversicherung1,6 %
Pauschsteuer2 %

Damit bist du gut abgesichert und hast selbst keine anfallenden Kosten. Wenn du zusätzlich zu dem Arbeitgeberanteil in deine Rentenversicherung einzahlst, betragen deine Abgaben 13,6 Prozent deines Bruttoverdienstes. Weitere Informationen zu allen Abgaben für 450-Euro-Jobs im Privathaushalt findest du hier.

Was, wenn ich mehr als einen Minijob habe?

Du unterstützt verschiedene Familien als Haushaltshilfe, hast also mehrere Minijobs – geht das überhaupt als angemeldeter Minijobber? Ja, wenn du keinen versicherungspflichtigen Hauptjob hast. Mehrere Minijobs gleichzeitig sind kein Problem, solange du durchschnittlich insgesamt nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienst. Wenn doch, sind es keine Minijobs mehr – dann werden alle Jobs versicherungspflichtig.

Haupt- und Nebenjobs – und jetzt?
Wenn du einen Hauptjob hast und nebenbei in mehreren Minijobs arbeitest, bleibt der zuerst aufgenommene Minijob versicherungsfrei. Alle weiteren Minijobs sind versicherungspflichtig in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung, nicht jedoch in der Arbeitslosenversicherung.

Hinweis: Die individuelle Besteuerung kann für den Minijobber Nachteile haben, wenn er noch weiteres Einkommen – z.B. aus einem Hauptjob – erzielt.

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Was heißt das alles unterm Strich für meinen Minijob?

Als angemeldeter Minijobber entstehen dir keinerlei Kosten – außer, du möchtest in deine Rentenversicherung einzahlen. Versteuern musst du deine 450 Euro im Regelfall auch nicht. Dir bleiben also netto wie brutto.

Als angemeldeter Minijobber bist du rundum abgesichert. Schau dir an, welche Rechte und Vorteile du durch eine Anmeldung bei der Minijob-Zentrale hast.

Du bist noch auf der Suche nach einem Minijob? Schau dich um auf der Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale!

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Barbara Bauer
Barbara Bauer
7 Monate zuvor

…ein Minijob wird bei der Witwen/Witwer-Rente angerechnet :(, muß also in der Einkommensteuererklärung angegeben werden

S.P.
S.P.
8 Monate zuvor

Die Frage wird nicht beantwortet und es ist sehr verwirrend, wenn nur auf die Abgaben für Beschäftigte im Privathaushalt abgestellt wird. Der Hinweis des Herrn Semmelroth ist ebenfalls extrem wichtig in diesem Zusammenhang und hätte auf jeden Fall – sofern es denn richtig ist, was er schreibt – hier mit hinein gehört. Ganz schwach, da ist man von Ihnen wirklich anderes gewohnt. Daumen nach unten.

G. T.
G. T.
8 Monate zuvor

Auch in meinen Augen ist das ein sehr schwacher Artikel. Auf die eigentliche Fragestellung wird überhaupt nicht eingegangen. Der Artikel liest sich wie ein Werbesprospekt zur Anmeldung v. Minijobbern… schade, verschenkte Zeit…

Richard Schmid
Richard Schmid
8 Monate zuvor

ganz schwacher Artikel! Zuerst einmal wird die eigentliche Frage nicht sorgfältig beantwortet (Steuererklärung dann, wenn mit individueller Lohnsteuerabzugsmerkmale abgerechnet wurde) und dann noch die verwirrende Darstellung der Abgabearten. Hier fehlt der Hinweis, das sich die Angaben auf einen Beschäftigten im Privathaushalt beziehen.

Hummel Fredy
Hummel Fredy
8 Monate zuvor

In dem Artikel wird folgendes behauptet:
AbgabeartenHöhe Krankenversicherung 5 %, Rentenversicherung 5 %, Unfallversicherung1,6 %Pauschsteuer2 %. Zusammen 13,6%.
Laut Minnijob-Rechner von der Minijob-Zentrale zahle ich für meinen Mini-Jober für die Krankenversicherung 13%, für die Rentenversicherung 15%, für die Unfallversicherung 1,3% und für die Pauschsteuer 2,0%. Zusammen also 31,9%
Wie der Verfasser des Artikel auf seine Zahlen kommt erschießt sich mir nicht.

Neidhart StBin
Neidhart StBin
Reply to  Hummel Fredy
8 Monate zuvor

Beides ist richtig. 13,6% Abgaben wenn Mini-Job im Privathaushalt beschäftigt ist und 31,9% Abgaben, wenn Mini-Job im gewerblichen Bereich beschäftigt ist.

Putzfee
Putzfee
Reply to  Hummel Fredy
8 Monate zuvor

Hallo Fredy,
der Arbeitgeber zahlt im gewerblichen Bereich über 31,5 Prozent und im Privathaushalt knapp 15 Prozent an Abgaben. Der Arbeitnehmer zahlt nur wenn er sich nicht von Rentenversicherungspflicht befreien lässt. In diesem Fall gewerblich 3,6 Prozent und im Privathaushalt 13,6 Prozent. Lässt er sich befreien gilt brutto = netto

Werner Friebe
Werner Friebe
8 Monate zuvor

Die Prozentzahlen der Abgaben stimmen weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer und der Arbeitnehmer ist auch nicht Krankenversichert

Neidhart StBin
Neidhart StBin
Reply to  Werner Friebe
8 Monate zuvor

Ein Mini-Jobber ist in der Regel über den Ehepartner in der Krankenversicherung “familienversichert” oder er muss zwingend eine eigene Krankenversicherung abschließen. Ohne eine Krankenversicherung des Mini-Jobbers kann ein Arbeitgeber nicht anmelden. Im Krankheitsfall erhält der Mini-Jobber von seinem Arbeitgeber den Lohn für längstens sechs Wochen weitergezahlt. Ist ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank, dann besteht tatsächlich kein Anspruch auf Krankengeld seitens der Krankenkasse.

Stephan Semmelroth
Stephan Semmelroth
8 Monate zuvor

In dem Artikel fehlt leider eine wichtige Information. Wenn der Arbeitgeber den Minijob-Verdienst nach der Lohnsteuerkarte des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin versteuert, hat dies für ihn den Vorteil, dass er dann – je nach Steuerklasse – ggf. überhaupt keine Steuern abführen muss, z.B. bei LSt-Kl. 3. In diesem Fall muss er dann allerdings für den Minijob eine LSt-Jahresmeldung an das Finanzamt schicken, was er bei Zahlung der 2%-Pauschsteuer nicht müsste. Wird eine Jahresmeldung abgegeben, rechnet das Finanzamt den Minijob-Verdienst dem Hauptverdienst des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin hinzu und ermittelt die Steuerlast dann nach dem Gesamtverdienst. Daraus folgt dann i.d.R. eine nicht unerhebliche Steuermehrbelastung, durch die der Verdienst aus dem Minijob beträchtlich geschmälert wird. Es ist also immer ratsam, dass der AG in jedem Fall die Pauschsteuer abführt, da es ansonsten für den/die Minijobber/in nach Erhalt des Steuerbescheides ein böses Erwachen geben kann.

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